3 wichtige Lektionen aus 2 Tagen Schweißkurs

-Anleitung zum Bau einer Friedensbombe –

 Hast du dir schon mal Gedanken gemacht, wie große Bühnenbilder oder Dekorationsartikel aus Metall entstehen und wer diese eigentlich fertigt?

Ich bis dato nicht.

Aber ich war im Begriff mir darüber Gedanken zu  machen, denn ich hatte diese Einladung zum 2-Tages-Schweiß-Workshop.

Wenn du mich kennst, weißt du, dass ich in diesem Jahr meine erste eigene Platte

„die Friedensbombe EP


als Singer Songwriterin heraus gebracht habe.

Genau deshalb habe ich mich dazu entschlossen, mein Bühnenbild, die Friedensbombe, zu schweißen.

In diesen zwei Tagen Schweißkurs im AtelierT8 in Lippstadt habe ich 3 unglaubliche Erfahrungen gemacht, die mich in meinem Leben immer wieder weiter bringen werden.

Diese Erkenntnisse möchte ich mit dir teilen und dich motivieren vielleicht mal deine eigene „Friedensbombe“ zu schweißen.

Lies weiter und beschließe selbst, ob dir meine Bombe nicht auch den Frieden mit dir selbst bringen könnte.

1. Während du planst, erkennst du welch großes Projekt du eigentlich vorhast:  Plötzlich nimmst du Widerstände im ganzen Körper wahr.

„Wie groß soll`s denn werden?“ fragt mich Rainer, Inhaber von Atelier T8 Lippstadt am Telefon. „Ja, mindestens 1,50 m Durchmesser, damit man die Bombe von der Bühne auch erkennen kann.“, säuselte ich durchs Telefon.

Nach 10-facher Nachfrage, ob das Teil dann wirklich noch in mein Auto passt, antworte ich pauschal: “ Ja klar. Müsste passen!“

Warum hatte ich mich eigentlich für den Kurs bequatschen lassen? Mir wurde immer bewusster, dass ich absolut keine Ahnung von diesem Workshop hatte, geschweige denn von Metallverarbeitung und Schweißen.

Gefühlt sollte es einfach der Abschluss meiner Friedensbombe EP werden, zudem mir meine Mentorin und allerliebste Christiane zugeredet hatte.

Nur noch 2 Tage vom Meisterstück entfernt, versuchte ich die letzten Details zusammenzutragen:  Sicherheitsschuhe, Essen, alte Kleidung, Prosecco- alles was zum „Schweißkurs“ halt dazu gehörte.

„Ich hol dich mit dem Cabrio ab und dann drehen wir die Friedensbombe laut auf!“, motivierte mich Christiane. Der Wind wehte durch unser Haar, die Sonne im Rücken und ein „Friedensbombe explodiere, um endlich frei zu sein!“ auf den Lippen.

Anfangs war es mir ein bisschen unangenehm meinen eigenen Song laut mitzusingen. Wenn das jemand hört- Oh-Gott,

aber es war die perfekte Vorbereitung: Denn in zwei Wochen stand die Musik in jedem erdenklichen Onlinehandel. Von weitem erkannten wir den kleinen süßen Hof des Ateliers T8, die „Werkstätte“ der nächsten beiden Tage und parkten ein.

Nachdem mir mit dem ersten Rutsch während des Aussteigens die Käsewürfel auf den Boden fielen, diese sofort mit einer Kiesel- und Dreckpanade überzogen unters Wasser mussten,  erreichten wir etwas angespannt die Scheune.

Unsere Kurs-Frauen standen schon alle zusammen vor dem Buffet drapiert. Einige verpackt im Blaumann und ich in meiner schlechtesten Jeans und den Sicherheitsschuhen meines Mannes. Diese Schuhe, die ihn jeden Tag schützen, sicherten jetzt mich.

Übrigens eine echte Beziehungsprobe die Schuhe des Partners zu tragen! Jedenfalls habe ich 2 Tage kein Feuer gefangen und sie haben seine „Durchhaltekraft“ für sehr schlechte Situationen an meine Füße weitergegeben.

Nachdem ich die beiden Bleche von Rainer entgegen genommen hatte (Sie passten kaum in den Bulli), erhielten wir eine kleine Einführung in sprühende Schweißgeräte plus Schneidewerkzeug. Kurzes sacken lassen und dann ging`s auch schon los.

Meine bereits Zuhause angefertigte Schablone montierte ich auf die Bleche und malte die Umrisse ab. Ja- es waren Ausmaße, die ich in meiner weiblichen Art zu messen leider nicht bedacht hatte.

Immer groß denken, ja ja.

Meine erste Panikattacke bekam ich beim Ausfräsen der Bombe. Sprühende Feuerfunken machten mir ANGST. Bloß nicht die Erdung vergessen und wichtig- bitte kein Feuer fangen.

1. Erkenntnis: Arbeit mit direktem Feuer ist nix für mich.

2. Erkenntnis: Ich hatte schon mindestens 1000 Stoffe in meiner Hand. Schneidern – liebe ich.

Aber Material aus Metall und mein ganzer Körper ist im Widerstand. Schmerz, Unmut, Rücken, die volle Palette Mimosen sind am Start. Super! Läuft!

Entfetten, Abschleifen….

OK- mit Ohropax und Schutzbrille kann ich super arbeiten- immer schon, aber es kostete enorme Kraft diese Bleche zu schleppen, die Maschinen zu halten, die „Zutaten“ zu holen. Das Rütteln und Schleifen- Nebenbei Schleppen.

Als Mutter schleppe ich Lebensmittel, Kinder, Hunde…Wäsche, aber Kilo Metall- Bitte nie mehr!

„Such dir noch ein schönes Fundament, wo du die Bombe reinstellen kannst.“, schwingt  Rainers Idee in der Scheune zu mir rüber.

Ich wähle eine alte Treckerbremsscheibe. Die wiegt Tonnen, jedenfalls in meinem Gewichtsregister. Ich könnte kotxxx. Der erste Tag Friedensbombe-Bau ging zu Ende. Meine Verfassung war desolat– Mir tat alles weh. ALLES. Stimmung war unter dem Keller. Irgendwo zwischen Erdmagnet und Grundwasser.

Die Rückfahrt im Cabrio war mehr ein vegetieren im Dämmerzustand. Warum habe ich mich zu diesen Scheixxx eigentlich überreden lassen.  Ich brauchte doch jetzt noch kein Bühnenbild.  Unsere Tour startet doch erst im nächsten Jahr. Christiane munterte mich auf und animiert mich, dass zur Not Rainer morgen weitermacht. „Kannst die Schuhe ruhig im Kofferraum lassen! Dann fahren wir morgen mit meinem Auto.“ „Meinst du die Friedensbombe wird überhaupt fertig werden?“ Nörgelte ich mich so durch.

Ich fahre nach Hause. Die anschließende Geburtstags-Party wollte ich am liebsten absagen, aber mein bester Kumpel ließ kein „NEIN“ gelten. Ich bin tot. Blech und Metallarbeit ist definitiv nichts für mich und meinen Körper. Selten so am Limit gewesen.

Meine Mitstreiterinnen hatten ein Leuchten in den Augen, wenn das Wort Schweißen fiel. Mein Feuer war aus.

Alle Metallarbeiter haben mein tiefes Mitgefühl und Respekt, dass sie solche Schwerstarbeit leisten.

Abends erlebte ich eine so schöne Überraschung: Privatkonzert mit untergehenden Sonne auf dem Land. Schöner konnte dieser beschissene Tag nicht enden. Wie gut, dass mein Kumpel mich desolat mitschleppte.

 2. Wenn Du am Tiefpunkt bist, dann richtig rein und durch, dann geht es wieder aufwärts

Samstagmorgen saß ich heulend auf unserer Treppe und habe nicht einen Funken Lust auf meine Friedensbombe. Aber meine Schuhe waren ja noch im Kofferraum von Christiane und sie so hängen lassen…. „Das ist doch Freizeit. Lass den Kurs doch sausen!“, tröstete mich mein Mann. Aber mein Wort zählte und Christiane wartete plus die rettenden Arbeitsschuhe im Kofferraum. Sie hatten mir schon Trost bei der „ätzenden“ Arbeit geleistet.

Nicht ganz so fröhlich fahren wir wieder aufs Land Richtung AtelierT8. Wie sind unmotiviert zu spät. Die Girls sind schon teilweise fertig mit ihren Werken, aber meine Peacebomb hat eisern auf mich gewartet- unangetastet. DANKE, ha ha. Rainer grinste mich an und antwortete mir auf meine Frage:

 „Nicht so negativ. Du wirst deine Bombe heute fertig machen!“

Mit schmerzenden Muskeln und Knochen stellte ich mich neben Rainer zum Schweißen. Er war mein Retter und half mir, wie er konnte. Sein Fach liebt er mit voller Passion und schweißte die fehlenden Verbindungsstücke und den Außenrahmen plus Scharniere, denn meine Friedensbombe sollte schließlich transportabel sein und ins Auto passen.

 

5 Stunden später blitzte sie blechernd blank fertig entfettet auf dem Rasen. Stolz wie eine Profi-Schweißerin lade ich später meine Friedensbombe in den Kofferraum. Passt wirklich und

GESCHAFFT. Was für eine Reise durch die Höhen und TIEFEN der Metallverarbeitung vergleichbar mit meiner Musikalischen Friedensbombe…

3. Zusammen entsteht Frieden –

Zum Schluss – die sprühende Kunst,-)

Blech rostet an der Luft, deshalb fahre ich in den Baumarkt und kaufe Rostschutz, dazu pinke, glitzernde und andere farbige Spraydosen ein. Als Highlight 6 Maler Overalls für meine Familie, denn jetzt kommen meine kleinen Sprayer auf den Plan.

Meine Familie sprüht die Bombe in Pink an und darf sämtliche Wünsche und Sätze auf die Rückseite schreiben.

Ich erwarte mindestens maximal genervte Kommentare, werde aber überrascht, wie viel wunderbare Wünsche sich dort verewigen…schau mal nach, wenn wir bei dir auftreten.

Die Friedensbombe leuchtet gerade fett  in unserem Wohnzimmer. Noch rostfrei, in pink angestrahlt mit allen LED`s dieser Welt.

Aus meiner  Friedensbombe wird unsere und schafft unsere friedliche Stimmung in der Familie wieder herzustellen, so wie auf der EP.

Ein bisschen Frieden reicht nicht.

Wenn wir auf Tour gehen, kommt unsere geschweißte Friedensbombe mit, schenkt mir Kraft und erinnert mich daran:  Wenn du am Tiefpunkt bist, geht es nur noch aufwärts.  Halte durch – es lohnt sich. In diesem Sinne.

Bau dir DEINE Friedensbombe!

 

 

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